Anlässlich des 70. Jahrestages der Deportationen der Meininger Juden im Mai und September 2012 widmet sich die Ausstellung „Wenn ihr hier ankommt …“ Schicksal einer jüdischen Familie zwischen Kindertransport und gescheiterter Emigration beispielhaft dem Lebensweg der Meininger Familie Hedwig und Otto Mosbacher.

Hedwig Heinemann wurde am 21. September 1902 als Tochter des Fabrikanten und späteren Stadtverordneten Paul Heinemann in Meiningen geboren. Sie heiratete 1923 in Meiningen den Kaufmann Otto Mosbacher (Jahrgang 1894) aus Nürnberg. Dorthin zog das Ehepaar und 1926 wurde ihre Tochter Eva geboren.

Schon vor der Reichspogromnacht von 1938 bemühte sich die Familie angesichts der nationalsozialistischen antijüdischen Maßnahmen um eine Auswanderung in die USA. Tochter Eva konnte im Mai 1939 mit einem der Kindertransporte nach England in Sicherheit gebracht werden. Der Briefwechsel zwischen ihr in Cambridge und ihren Eltern in Nürnberg und später Meiningen gibt Einblick in die stete Hoffnung auf eine Wiedervereinigung der Familie. Die 13jährige Eva schrieb im November 1939 an ihre Eltern, die gerade nach Meiningen gezogen waren: „Dem lieben Papa wird die Luft sicher gut tun. Ich bin in Gedanken sehr viel bei Euch. Ich spiele immer Theater in Gedanken. Der Titel von dem Stück ist meistens wenn ihr hier ankommt.“

Obwohl Mosbachers wiederholt Schiffspassagen in die USA erlangen konnten, scheiterte eine Auswanderung an der fehlenden Einreisegenehmigung. Schließlich mussten Mosbachers ihre Wohnung verlassen und in das Ghettohaus in der Sachsenstrasse ziehen. Von dort wurden sie mit vielen anderen Meininger Juden deportiert. Der Zug fuhr am 10. Mai 1942 von Weimar nach Belzyce in der Nähe von Lublin. Einzelheiten zum Tod von Hedwig und Otto Mosbacher sind nicht bekannt. Seit 2011 erinnern „Stolpersteine“ an sie.

Eva Mosbacher wurde in England Krankenschwester. Sie nahm sich 1963 im Alter von 37 Jahren in London das Leben.

Die Ausstellung umfasst 32 Tafeln in Alu-Rahmen mit Plexiglas (Maße ca.: 70 cm x 100 cm, hochkant). Falls keine Deckenleisten in den Räumlichkeiten vorhanden sind, müssten entsprechende Stellwände vom Veranstalter gestellt werden. Eine Ausleihgebühr wird nicht erhoben. Die Ausstellung wird 2011 in Meiningen gezeigt und steht ab 2012 für andere  Städte zur Verfügung.

Die Ausstellung wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den Landkreis Schmalkalden-Meiningen im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“, sowie dem Eine-Welt-Verein Meiningen e.V.

Der Kurator der Ausstellung Christoph Gann ist Richter am Landgericht in Meiningen und Präses der Kreissynode des evang. Kirchenkreises Meiningen.

*Plakat zum Download bereit

 

Copyright 2012 Ausstellung „Wenn ihr hier ankommt….“
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