Bereits im Mittelalter ließen sich jüdische Familien in Meiningen nieder. Ihr Schicksal war oft davon gekennzeichnet, dass sie als Angehörige einer Minderheit mit einem anderen Glauben verfolgt wurden. Höhepunkt der Verfolgungen war der Ausbruch der großen Pest 1348/49. Auch in Meiningen wurde 1349 die jüdische Gemeinde zerstört, und nur selten bekamen Juden nach dem Ereignis die Erlaubnis, sich in der Stadt niederzulassen. Erst im 19.Jahrhundert konnte sich wieder eine jüdische Gemeinde bilden. Einige Angehörige dieser Gemeinde spielten im kulturellen und wirtschaftlichen Leben eine hervorragende Rolle. Bürger jüdischen Glaubens in Meiningen waren Deutsche und lebten mehr oder weniger harmonisch mit den Christen zusammen. Erst mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderte sich die Position der deutschen Juden in der Bevölkerung. Denn nun wurden sie nicht mehr als Menschen mit einer anderen Religion deniert. Die Nazis erklärten sie zu Angehörigen einer minderwertigen Rasse, die schädlich für das deutsche Volk sei. Diese Rassenideologie hatte fatale Folgen für die Juden Europas: Millionen von Menschen ermordeten die Nazis aufgrund dieser Ideologie. So auch diejenigen Juden Meiningens, die nicht vorher fliehen konnten. Seitdem erinnern nur noch Spuren an die Geschichte der Juden Meiningens, wie zum Beispiel Häuser, an denen ihr täglich vorbeigeht und die einmal deutschen Familien jüdischen Glaubens gehörten, oder der Synagogen-Gedenkstein am Pulverrasen. 



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