Fam. Ortweiler-

 

„In der vergangenen Woche bekamen wir die Nachricht, dass mein Schwager Ortweiler gestorben ist, und da wir gerade vorher erfahren hatten, dass er nicht zu Hause sei, können wir uns ungefähr ein Bild von seinem Tode machen.“ Eine Reaktion aus Australien, eine Woche nach dem Tod Heinrich Ortweilers am 5.12.1938 im KZ Buchenwald. Der Briefschreiber, Leo Müller, setzte alles daran, seine Schwestern Henny Ortweiler und Else Vollmann zu sich in Sicherheit zu holen. Henny Müller (*18.9.1890 Erfurt) hatte 1930 den Kaufmann Heinrich Ortweiler (*14.8.1882 Meiningen) geheiratet. Sie wohnten in der Feodorenstraße. Ihre ein Jahr ältere Schwester war seit 1912 mit dem Meininger Fabrikanten Martell Vollmann (Fa. I. Vollmann & Co in Welkershausen) verheiratet.


Anders als Else Vollmann, der die Auswanderung nach England gelang, wartete Henny Ortweiler vergeblich auf eine Einreiseerlaubnis in ein sicheres Land. Einige Monate verbrachte sie 1941 in Berlin und lernte Nähen. Zurück in Meiningen musste sie auswärts in einer Porzellanfabrik arbeiten und kam nur sonntags nach Hause, wo sie lediglich noch ein Zimmer hatte. Nach dem Einwohnerbuch von 1941 wohnte sie nun in der Marienstraße 6. Henny Ortweiler wurde im Mai 1942 nach Belzyce deportiert

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