Fam. Mosbacher-

 

„Wir erhalten in einem Haus, in welchem bereits eine Anzahl Schicksalsgenossen untergebracht, 1 Zimmer. Wir müssen uns mit so vielem, was nicht geändert werden kann, abfinden, noch hoffend, dass uns – bevor es endgültig zu spät – eine letzte Reisemöglichkeit geboten wird. “ So kündigten Hedwig und Otto Mosbacher ihrer Tochter Eva am 8.10.1941 ihren zwangsweisen Umzug in das „Ghettohaus“ in der Sachsenstraße an.

Hedwig Mosbacher (*21.9.1902 Meiningen) war die Tochter des einstigen Stadtverordneten und Fabrikbesitzers Paul Heinemann. Sie heiratete 1923 den Kaufmann Otto Mosbacher (*12.1.1894) und zog in dessen Heimatstadt Nürnberg. Seit Sommer 1938 bemühte sich die Familie um eine Ausreise in die USA. Ihre 12-jährige Tochter Eva kam mit einem der Kindertransporte im Mai 1939 nach Cambridge ins sichere England. Im November 1939 zogen Mosbachers nach Meiningen zu Verwandten in die Leipziger Straße 8, damals „Straße der SA“. Im Oktober 1941 wurden sie denunziert, sie hätten im Englischen Garten den vorgeschriebenen „Judenstern“ nicht getragen.

Ihr Einspruch blieb vergeblich.

Hilfsbereit zeigte sich der Bücherrevisor Franz Heurich, der sie auch im „Ghettohaus“ noch besuchte. Eine Woche vor ihrer Deportation nach Belzyce schrieben Hedwig und Otto Mosbacher am 3. Mai 1942 an Tochter Eva: „Wir geben uns Mühe uns gesund und tapfer zu halten und sind mit Dir in gleichen Gedanken.“ Eva Mosbacher wurde Krankenschwester.

Sie setzte ihrem Leben am 10.11.1963 in London ein Ende.

 

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