Else Oestreicher- 

 

„Wie jeder tapfere Kapitän sein Schiff versenkt, ehe er es dem Feind in die Hände fallen lässt, so versenke ich auch mein Lebenschifflein, um es dem Feind nicht auszuliefern.“ 

Diese eindringlichen Worte schrieb Else Oestreicher (geb. Sacki, *28.12.1872 Meiningen) in ihrem Abschiedsbrief. Sie entzog sich am 25. Februar 1942 der befürchteten Deportation durch Freitod. Nach dem Tod ihres 47-jährigen Mannes Dr. med Julius Oestreicher im April 1915 war Else Oestreicher von Aschaffenburg zurück nach Meiningen gezogen. Später folgte ihr Sohn Dr. Paul Oestreicher, der sich in Meiningen als Kinderarzt niederließ. Er war mit der nicht jüdischen Kammersängerin Emma Schnaus verheiratet, und 1931 wurde ihr Sohn Paul – heutiger Ehrenbürger von Meiningen – geboren.

Dr. Oestreicher trat zum Christentum über und konnte mit Frau und Kind 1939 nach Neuseeland auswandern. Seine Mutter Else Oestreicher blieb in Meiningen und lebte zuletzt Am Mittleren Rasen Nr. 2.

 

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