Paula Romberg- Künstlerin

Paula Romberg (*22.2.1867 Meiningen) war die Tochter des Justizrats Bernhard Romberg. Sie war Kunsthandwerkerin und Mitglied der Vereinigung Meininger Künstler. Gemeinsam mit ihrem Bruder, Sanitätsrat Dr. Richard Romberg, konvertierte sie 1917 und wurde evangelisch. Nach den Nürnberger Rassengesetzen von 1935 galt sie dennoch als Jüdin. Daher war auch Paula Romberg ab 19.9.1941 verpflichtet, in der Öffentlichkeit den Judenstern zu tragen. Am gleichen Tag schrieb sie ihrer Freundin Else Seidel: „Ich habe mir vorgenommen gar nicht, oder nur im äußersten Notfall auszugehen. Am liebsten machte ich Schluss, wenn ich den Mut dazu aufbringe kommt es auch noch dahin! Du ahnst nicht, wie verzweifelt ich bin.“

Zuvor hatte sie bereits ihr Haus in der Bismarckstraße verlassen und in das „Ghettohaus“ in der Sachsenstraße 5/6 ziehen müssen. Wenige Tage vor ihrer Deportation nach Theresienstadt schrieb sie, dass sie „Meiningen und vielleicht Deutschland für immer verlasse… Am 19/9 geht es fort von hier, nach Böhmen höchstwahrscheinlich. … Ich bin ganz zerbrochen und kann nicht klar denken, deshalb verzeihe mir, wenn ich Dir heute nicht mehr schreibe.“

Am 19.9.1942 um 6 Uhr früh erfolgte der Abtransport nach Weimar und von dort weiter in das Ghetto Theresienstadt. Dort starb Paula Romberg am 14.2.1943.



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