Bella Aul- Frauenrechtlerin

Die Frau müsse sich von selbst aus ihrem Elend erheben und aufraffen. Frauen sollten Versammlungen besuchen- die Männer einmal zur Beaufsichtigungder Kinder zu Hause bleiben, um der Frau mehr Zeit zugewähren. Die Wichtigkeit der Frau innerhalb der Arbeiterbewegung solle nicht verkannt werden. Mit solch markanten Worten setzte sich Bella Aul 1925 für Frauenrechte ein.

Als langjährige Stadt- und Kreisverordnete (SPD) war sie eine der bekanntesten der Meininger Juden. Bella Aul, geb. Reis(*6.1.1883 Schlüchtern), war 1906 mit Ehemann Emil Aul (*4.4.1875 Gedern), einem Kaufmann, nach Meiningen gezogen. Hier wurden ihre Söhne Martin, Herbert und Hellmut sowie Tochter Rosemarie geboren. Emil Aul kam nach dem Pogrom vom 9.11.1938 für zwei Wochen in das KZ Buchenwald. Kurz darauf musste die Familie ihr Haus in der Knochenhauerstraße verkaufen. Sie lebte im „Ghettohaus“ in der Sachsenstraße, als Emil Aul Mitte August 1942 starb. Tochter Rosemarie wurde im Mai 1942 nach Belzyce deportiert, BellaAul 1943 nach Polen. Die Söhne waren nach Frankreich emigriert. Dort wurde Martin Aul im April 1944 als Widerstandskämpfer erschossen. Einzig Hellmut Aul kehrte 1945 nach Meiningen zurück, er wurde Mitglied des Stadtbeirates (KPD).

Das 1938 unter Druck verkaufte Elternhaus ging 1947 zurück an die Familie, und Hellmut Aul wohnte wieder dort. Am Internationalen Frauentag 1955 wurde die Straße zu Ehren der ermordeten Frauenrechtlerin in „Bella-Aul-Straße“ umbenannt. Diese Würdigung hob der Stadtrat 1990 auf und benannte die Straße in „Kasernenstraße“ um.




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